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Reisebericht Betriebsausflug Sizilien 12.-14.02.2010

1. Tag: Faszinierender Dom von Monreale und Gaumenfreuden im Agriturismo

Nach zwei Stunden Flugzeit landeten wir auf „Italiens Stiefelspitze“ Sizilien, das uns mit strahlendem Sonnenschein empfing. Vom Flughafen Palermo ging es Richtung Monreale. Hier erwartete uns der Dom, der bereits im 12. Jahrhundert erbaut wurde. Innen waren 9.000 qm Mosaik mit 12-Blatt Gold angebracht und ein meterhohes Bild Jesu zog unsere Blicke magisch an. Drei verschiedene Kulturen hatten über 12 Jahre an der Kirche des Königs Wilhelm II. gebaut.

Anschließend machten wir uns auf zu einem Agriturismo. Unser hervorragender Busfahrer Mauro brachte uns sicher zum kleinen Betrieb, der hoch oben in den Bergen lag und früher Sitz einer adligen Familie war. Heute werden hier Olivenöl, Wein, Salami und Marmelade hergestellt. Nach einer kleinen Führung und Besichtigung der eigenen Kapelle ging es in das gemütliche Restaurant, wo wir zum ersten Mal mit einem typischen sizilianischen Essen verwöhnt wurden. Auf Antipasti mit Reisbällchen folgten Pilzrisotto, Pasta und frische Früchte.

Gut gesättigt ging es zum Hotel im Zentrum von Palermo. Kaum näherten wir uns der Stadt, erlebten wir das nächste Highlight - die Fahrweise der Sizilianer. In der größten Stadt der Insel herrschte für unsere Augen ein totales Verkehrschaos. Doch unser Reiseleiter Gino erklärte, dass dies ganz normal sei in einer Stadt mit 650 000 Einwohnern, in der es nicht ein einziges Parkhaus gibt. In der 2700 Jahre alten Stadt, einst von den Veneziern gegründet, wechseln sich prachtvolle Bauten wie das Opernhaus mit noch immer sichtbaren Wunden aus dem 2. Weltkrieg ab.

Bei einem opulenten 5-Gänge-Menü in einem Panoramarestaurant mit Blick auf den Hafen ließen wir den ersten Tag unserer Reise ausklingen.

2. Tag: Hausberg Monte Pellegrino - Fischerdorf Mondello - Gastfreundschaft & Schlemmereien

Am Vormittag stand zunächst eine Panoramafahrt auf den Monte Pellegrino auf dem Programm, den Hausberg von Palermo, der schon Goethe entzückte. Vom Wahrzeichen der Stadt aus bot sich eine herrliche Aussicht auf die Hauptstadt Siziliens. Auf dem Monte Pellegrino befindet sich die Wallfahrtskirche der heiligen Rosalia. Einst lebte die Schutzpatronin, die der Sage nach die Bevölkerung von der Pest befreite, an dieser Stelle in einer Grotte.

Das Fischerdorf Mondello, das fast mit Palermo zusammengewachsen ist, war unsere nächste Station. Es schien, als wäre die Zeit hier stehen geblieben. Am Hafen lagen viele kleine, urige Fischerboote und Männer spielten Karten wie vor Hunderten von Jahren.

Zurück in Palermo hatten wir etwas Zeit, einen der typischen Märkte zu besuchen. Die Gerüche und das Stimmengewirr auf dem Markt waren genauso beeindruckend wie die feilgebotenen Waren, zu denen Schwertfisch und frisches Lammfleisch genauso zählten wie Artischocken, Kapern und Gewürze.

Gegen Mittag führte die Fahrt ins Hinterland von Sizilien. Hier erwartete uns ein Höhepunkt der Reise. Mitten im Grünen lag ein wunderschönes Landgut in malerischer Landschaft. Nach einem herzlichen Empfang führte uns die Familie über das Anwesen und gewährte uns einen Einblick in die Kreisläufe auf einem Agriturismo. Die rund 450 Schafe bekommen nur Futter aus biologischem Anbau. Die Milch der Schafe wird zu Käse weiterverarbeitet und das Fleisch aus eigener Schlachtung wird im Restaurant den Gästen serviert. Wir durften auch einen Blick in den Schafstall und die Käserei werfen, wo wir auf anschauliche Weise erklärt bekamen, wie die Familie ihren eigenen Schafskäse herstellt. Zusätzlich baut die Familie auf je 10 ha Kaktusfeigen und Oliven an. Nach einer kleinen Wanderung konnten wir uns beim Essen von der hervorragende Qualität der auf dem Gut hergestellten Produkte überzeugen. Die Vorspeise bestand aus köstlichem eigenem Schafskäse und Reisbällchen, gefolgt von Pasta mit Sardellen und wildem Fenchel. Zur Hauptspeise wurden wir mit Lammfleisch und sizilianischen Würstchen verwöhnt. Den krönende Abschluss bildeten die Cannoli, ein sizilianischer Nachtisch mit Ricottafüllung.

Zur Verdauung ging es ins Küstenstädtchen Cefalu mit seinem beeidruckenden Dom, der den Marktplatz prägt. Cefalu bietet sich zu einem gemütlichen Bummel durch die engen Gässchen geradezu an und die sanft rauschenden Mittelmeerwellen ließen in uns echte Urlaubsstimmung aufkommen.

Als es dunkel wurde, machten wir uns auf den Weg zurück ins vielseitige Palermo, wo ein Besuch in einer typisch italienischen Pizzeria den Abschluss des Tages bildete.

3. Tag: Spezialitätenbäckerei in Erice - Geschichte in Segesta - erfolgreiches Familienweingut

Zusammen mit unserer Reiseleiterin Regina, die uns an diesem Tag begleitete, ging es in den hoch oben gelegenen alten Teil der Stadt Erice, in dem heute nur noch 200 Leute leben. Schon bei der Auffahrt auf den Berg bot sich uns ein großartiger Blick auf Trapani und die vorgelagerte Küste bis hin zu den Ägadischen Inseln.

In Erice besuchten wir die kleine Mandelbäckerei der bekannten Signora Maria. Hier hatten wir die einmalige Gelegenheit, einen Einblick in die Bäckerei zu bekommen und dabei zuzusehen, wie die köstlichen Spezialitäten per Hand gemacht werden. Anschließend durften wir uns bei einer kleinen Kostprobe selbst vom vorzüglichen Geschmack der Gebäck-Spezialität überzeugen, die ihren Ursprung in Erice hat. Gegen Mittag machten wir uns nach einem kleinen Spaziergang wieder auf den Weg Richtung Tal.

Nach einem Halt in Segesta, wo wir den dorischen Tempel aus dem 5. Jh. v. Chr. und das Theater aus dem 3. Jh. v. Chr. bestaunten, steuerten wir schon den letzten Programmpunkt unserer Reise an, ein Familienweingut.

Die Familie war die erste, die in einer Weißweingegend auf 55 ha Rotwein angebaut hat  und das mit großem Erfolg. Heute ist ihr Wein auf der ganzen Welt bekannt und hat schon viele Auszeichnungen erhalten. Bei einer Führung lernten wir mehr über die besonderen Reifeprozesse im Barrique-, Holz- und Zementfass, die dem Wein seine einzigartige Note verleihen. Nach der Führung konnten wir die edlen Tropfen bei einer Weinprobe verkosten. Als kleinen Imbiss bekamen wir dazu Antipasti und Käse gereicht.

Dann jedoch hieß es - leider viel zu früh - endgültig Abschied nehmen von der Insel mit ihren rund 5,5 Millionen Einwohner. Besonders die beeindruckende Landschaft und die Gastfreundschaft der Sizilianer werden uns in bester Erinnerung bleiben!


Bericht: Auszubildende Melanie Pfaff

   

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